Eine E-Mail schreiben schreiben - Großübung
vorherige: Sachgeschichte||nach oben:NW-Artikel||nächste:Orientalisches
Den chaotischen Funkverkehr gestrafft
Die beiden Löschzüge der Gemeinde übten das neue Funken mit getrennten Kanälen

Schloß Holte-Stukenbrock. Löschen und Retten – das beherrschen die Wehrleute der Stadt bestens. Darum stand bei der jährlichen Großübung, die die beiden Löschzüge der Stadt am Samstag durchführten, auch das Training eines dritten wichtigen Aspektes im Vordergrund: Die 66 Mann und die beiden Leiter der Wehr übten auf dem Gelände der Firma Groku die Koordination der Einsatzkräfte. Die geschieht neuerdings nach einem speziellen Funkkonzept.

Die beiden Stadtbrandinspektoren und Architekten der Übung, Hermann-Dieter Sonnet und Bernhard Meier, teilten die Übung in zwei Abschnitte. Der Plan der Übung sah einen Unfall bei Reparaturarbeiten an den markanten Silos der Firma vor. Techniker sollten mit der Drehleiter aus 18 Metern Höhe gerettet werden. Zugleich sollten sich die Wehrmänner unter Atemschutz auf der Rückseite der Lagerhallen auf die Suche nach sieben Vermissten begeben und löschen. Das erforderte ein exakte Koordination über Funk.

„Es wurde in diesem Jahr die Trennung der Funkkanäle eingeführt”, berichtete Sonnet vor Beginn der Übung, „die aus dem Konzept für einen Massenanfall von Verletzten abgeleitet worden ist.”

Das bedeutet: Das komplexen Einsatzgeschehen wird von der Einsatzzentrale – in diesem Fall übernahmen Meier und Sonnet diese Funktion – in Planungs-Abschnitte aufgeteilt, die jeweils über einen eigenen Funkkanal mit der Zentrale in Kontakt stehen. So soll die Kommunikation gestrafft und das chaotische Geschnatter jedes mit jedem verhindert werden. Mit klarem Überblick lässt sich auch leichter helfen.

„Wir üben also heute vor allem das neue Funkkonzept”, sagte Sonnet. So sah man am Samstag neben schläuche-tragenden Wehrleuten und schwitzenden Einsatzkräften unter Atemmasken vor allem Blauröcke mit Funkgeräten am Mund.

Zunächst meldete sich über den Kanal 53 der Löschzug aus Stukenbrock. Die Drehleiter werde eingesetzt, um die Techniker (einen Dummie) von den Silos zu retten. Schläuche seien an deren Trockensteigleitungen gelegt worden. Dann krachte es zum zweiten Mal. Die Kameraden aus Schloß erhielten über den Kanal 55 – dieser wurde dem Zug bei Erstellung des Konzeptes von Kreis zugewiesen – den Befehl auf der Rückseite der Lagerhalle zu löschen.

Begrüßt wurde das erste Fahrzeug von zwei riesigen Feuerbällen. Die Pyrotechniker des Technischen Hilfswerkes aus Vlotho hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um mit Benzin und verschiedenen Explosivstoffen eine realistischen Eindruck zu vermitteln. Doch die von ihnen gelegten Brande stellten für die C-Rohre der Schloß Holter keine Herausforderung dar. Schwieriger gestaltete sich für die 33 Mann diese Zuges die Vermisstensuche.

Mit Pressluftversorgung betraten sie die Lagerhalle. Nach wenigen Minuten allerdings riss ausgerechnet die so wichtige Funkverbindung zu dem Zweierteam ab. Sie sollten vier Mimen, die man aus der Jugendfeuerwehr rekrutierte, finden und rette.

Dabei ist eine Säule des neuen Funkkonzeptes, dass ein Atemschutzüberwacher in regelmäßigem Kontakt mit dem Angriffstrupps steht. Doch Jürgen Strathmann rief am späten Nachmittag vergeblich in sein Funkgerät. Auch zu anderen Trupps unter Atemschutz riss der Kontakt immer wieder ab, sobald sie in der Halle verschwunden waren.

Die Wehrleiter vermuteten, nachdem sie um etwa 16.50 Uhr „Feuer aus!” gemeldet hatten, es habe an einem defekten Funkgeräte gelegen. „Wir müssen ohnehin noch zahlreiche anschaffen”, sagte Meier. Es habe sich abgezeichnet, dass zur korrekten Umsetzung des Konzeptes weitere benötigt würden. Im Übrigen allerdings sei der Plan aufgegangen. Die Funk-Trennung der Einsatzabschnitte und deren Koordination über die Zentrale habe gut funktioniert.

space