Analyse der okkulten Fotografie
Das auf der Seite Fotografie als historische Quelle beschriebene Modell, das Fotos als Zeichen auffasst, liegt hier der Analyse okkulter Fotografien zu Grunde.
Besonders das Wissen um die Entstehung der Bilder gilt es heute aus kritischer Perspektive zu betrachten, da ihr Rezeption aus historischer Perspektiven, die ich einnehme, hiervon abhängt.
Zugleich müssen die zeitgenössischen Konnotationsumstände erhellt werden. So sind Geisterfotografien nur innerhalb spiritistischer Diskurse verstehbar (Spiritismus). Sie setzen den weltanschaulichen Rahmen für ihre Betrachtung – und machen die Seite der Kritiker nachvollziehbar, deren Konnotationsumstände in dieser Hinsicht andere sind.
So sind auch fotografische Beweise okkulter Phänomene nicht analysierbar ohne den Okkultismus(Okkultismus). Nur der, bei diesem in Anspruch genommene wissenschaftliche Habitus, verdeutlicht, warum das Bild (etwa von Schrenck-Notzing) völlig unkritisch als Analogon der Wirklichkeit verstanden wird und ihm Beweischarakter zugeschrieben wird.
Zugleich habe ich die Kontexte eingehender betrachtet. Bezogen auf die Geisterfotografie sind dies: Verkauf als Ansichtskarten und Reproduktion in Zeitschriften. Ersteres deutet auf den Erlebnischarakter und das Vollziehen des spiritistischen Glaubens hin, während letzterer Kontext bereits auf eine argumentative Verwendung hinweist, bei dem den Geister-Fotografien Beweischarakter zugesprochen wird.
Hier treffen sich Geister- und okkulte Fotografie: Zweite erscheint nämlich vorwiegend in Büchern. Bei Schrenck-Notzing konkret eingebettet in eine weit reichende Argumentationsstrategie, die wissenschaftliche Evidenz erzeugen soll. Wie ich aufzeige, steht er damit nicht allein.
Den Kommunkationsumstand habe ich größtenteils unbeachtet lassen müssen, da dies die Möglichkeiten dieser Arbeit, die ohnehin an ihrer Grenze angelangt ist, überstiegen hätte. Diese in die Betrachtungen mit einzubeziehen hieße, den Rahmen ihrer Veröffentlichung zu klären. Die Materialisationsphänomene Schrenck-Notzings müssten meinem Verständnis nach in die Reihe der okkulten Literatur und ihrer kritischen Entgegnungen eingeordnet werden.
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