Kontrollen
Ausdrücklich wendet sich Schrenck-Notzing gegen jene Experimentatoren, die sich mit Medien in herkömmlichen Séancen der Erforschung dieser neuen Seite der menschlichen Natur widmeten!
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Sie zogen zum Nachweis vor allem Berichte heran, also nachträgliche, schriftliche Wiedergaben der Ereignisse, für deren Richtigkeit sich die Anwesenden verbürgten. Ein anderen Nachweis für die Leistungen der Medien als das Wort einiger Magnaten gab es offenbar lange nicht.
Der schriftliche Bericht – das Buch besteht neben dem methodischen Betrachtungen beinahe ausschließlich aus den Beschreibungen der Sitzungsverläufe –, ist auch bei Schrenck-Notzing das Hauptmittel. Allerdings nimmt er bei ihm eine andere Rolle ein.
Sie beschreiben neben dem Verlauf der teleplasmatischen Produktionen vor allem jene Maßnahmen, die Schrenck-Notzing ergreift, um Betrugsversuchen vorzubeugen.
Dies ist der zentrale Drehpunkt der Argumentation Schrenck-Notzings: die Echtheit der Phänomene gegen den Vorwurf der Täuschung und willentlichen Produktion zu behaupten. Daran hängt für Schrenck-Notzing die Echtheit der Phänomene.
Daher ergreift er zahlreiche Maßnahmen zur systematischen Unterbindung von Betrugsversuchen: Türen und Fenster werden vom Autor verschlossen und der Schlüssel einbehalten. Die Räume, in denen die Sitzungen abgehalten werden, kontrolliert er vorab auf doppelte Wände und Öffnungen. Das mit schwarzem Stoff ausgekleidete Kabinett, in dem die für die "Leistungen" notwendige Dunkelheit herrscht, wird auf versteckte Gegenstände hin kontrolliert.
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Bei einigen Sitzungen ist es auch zusätzlich noch mit einem Netz abgetrennt. Die Orte werden durch Grundrisszeichnungen dem Leser vermeintlich transparent gemacht.
Spitze der Kontrollbemühungen allerdings bilden in den Augen der bürgerlichen Zeitgenossen jedoch wohl die körperlichen Untersuchungen. Hier bringt Schrenck-Notzing seine ärztliche Kompetenz ein. Er inspiziert die anale und vaginale Körperöffnung Evas.
Zu Beginn der Sitzungen wohl noch regelmäßig, später schreibt er: Die Annahme, daß sie z.B. in einem Lederetui weißen Stoff verborgen haben könnte und das Etui in ihrem Geschlechtsteile verbergen würde, ist an sich schon durch die wiederholte gynäkologische Untersuchung hinfällig geworden.
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Überhaupt soll der Möglichkeit der Taschenspielerei vorgebeugt werden: So wird das vollständig entkleidete Medium untersucht und in eine Trikothose und ein eigens gefertigtes Oberteil eingenäht.
Weitere Maßnahmen betreffen den Ablauf der Sitzungen: So werden die Hände des Mediums gehalten, um Manipulationen zu vermeiden. Die Positionen der Händen – Eva C. hält bei zahlreichen Sitzungen den Vorhang so geschlossen, dass ihre Hände noch sichtbar waren – finden in den Protokollen häufig Beachtung.
Schrenck-Notzing kennt die Tricks der Medien. Er hatte bereits vor den Sitzungen mit Eva C. mit anderen Medien gearbeitet - und die Produktion ihrer Phänomene entlarvt. Bei Eusapia beschreibt er mehrere Methoden und Kunstgriffe, mit denen Telekinese oder Elevationen zustande gebracht wurden, etwa die Verwendung von Kopfhaaren.
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Umso erstaunlicher, dass Schrenck-Notzing sogar bei diesem selbst erlebten Schwindel an die Echtheit der Phänomene glaubt! Welche Rolle dies bei der Argumentation spielt, ist im Abschnitt "Nachkontrolle negativ" auf der Seite Kontrolle ausgearbeitet.
Der Fotografie weist Schrenck-Notzing ein überraschend kleine Rolle zu. Sie soll die Beobachtungen objektivieren und das Auge technologisch verbessern. Die Farbzapfen im Auge, so führt der Autor aus, ermüdeten im Rotlicht der Sitzungen schnell. Zudem unterliege die menschliche Wahrnehmungen Täuschungen in zeitlicher oder räumlicher Hinsicht. Der Arzt setzt neben den herkömmlichen Fotoapparaten auch stereoskopische Kameras ein – High-Tech der Zeit, mit denen er die Plastizität der Phänomenen festzuhalten gedenkt.
Mit seiner Methode versucht er die beiden Fehlerquellen Wahrnehmung und Betrug von vornherein auszuschließen. Dies ist für seinen evidenten Nachweis elementar.
Allerdings lässt sich zeigen, dass den Fotografien tatsächlich eine zentrale Stellung bei Darstellung und Nachweis zukommt. Nicht die alleinige Beschreibung, sondern die Visualisierung der von ihm postulierten Phänomene, gepaart mit der spezifischen Argumentationsstratie, stellen die wissenschaftliche Evidenz her. Weiter Fotos
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